Wie finanzieller Stress stark betroffene Industrien gefährdet: Das Gastgewerbe, Verkehr & Logistik im Fokus

Nov 9, 2020

1. Finanzieller Stress im deutschen Niedriglohnsektor

Viele Deutsche geraten regelmäßig in finanzielle Schwierigkeiten, jedoch ist kein Lohnsegment so schwer von finanziellem Stress befallen wie der Niedriglohnsektor. Der Niedriglohnsektor beinhaltet alle Arbeitnehmer*innen, die höchstens zwei Drittel des mittleren Einkommens (Median) verdienen. Im Jahr 2018 lag diese Grenze bei einem Bruttostundenlohn von 11,40 Euro (Median = 16,50 Euro). Laut einer Bertelsmann Studie ist der deutsche Niedriglohnsektor mit 21,7% aller Beschäftigten der größte Europas. Das sind 7,7 Millionen Menschen. Speziell hier müssen innovative Wege gefunden werden, um diese Arbeitnehmer*innen finanziell zu stabilisieren.

Wie bereits in einem unserer LaraPay Beiträge beschrieben ist finanzieller Stress in Deutschland keine Seltenheit. Einer der häufigsten Gründe für Schulden wegen ungeplanter Kosten ist die übliche Regelung den Lohn gebündelt am Monatsende auszuzahlen. So können beispielsweise kurzfristig auftretende und ungeplante Kosten zur Monatsmitte Mitarbeiter*innen immer wieder vor finanzielle Herausforderungen stellen, da das für die Bewältigung benötigte Geld (noch) nicht zur Verfügung steht. Zwischen erfordertem Anschaffungszeitpunkt und “Zahltag” des eigenen Gehalts liegt also ein finanzieller Engpass, bei dem oftmals teure Liquiditätsbeschaffungen der einzige Ausweg sind.

Es ist nachvollziehbar, dass finanzieller Stress gerade im Niedriglohnsektor äußerst verbreitet ist. Ein geringeres Gehalt, was in diesem Sektor in vielen Fällen leider sehr verbreitet ist, gepaart mit langen Lohnzyklen und unvorhersehbaren finanziellen Engpässen legen oftmals die Grundlage für finanziellen Stress.

2. Welche Gewerbebereiche sind besonders anfällig für finanziellen Stress?

Mit 1,74 Millionen Berufstätigen ist das Gastgewerbe (Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe) das achtgrößte Berufsfeld in Deutschland. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst Vollzeitbeschäftigter im 2. Quartal 2020 betrug für das Gastgewerbe laut Statista 1.689 Euro. Das bedeutet einen Bruttostundenlohn bei einer 40-Stundenwoche von 9,74 Euro. Eine an Mitarbeiterzahlen gemessen noch größere Branche ist der Bereich Verkehr/Logistik (Lagerwirtschaft, Post, Zustellung und Güterumschlag), welcher deutschlandweit 2,76 Millionen Menschen beschäftigt. Hier zeigt das Internetportal gehaltsreporter.de einen durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst für Lagermitarbeiter von 2.460 Euro. Bei einer 40-Stundenwoche wird der Bruttostundenlohn mit 14,19 Euro bemessen.

Wie angeführt ergibt sich, dass sich Mitarbeiter*innen von zwei der größten Arbeitgeberbereiche in Deutschland oft im Niedriglohnsektor befinden, wodurch sie viel häufiger in finanzielle Schieflagen geraten. Abgesehen davon gehen knapp zehn Prozent der Arbeitnehmer*innen davon aus, am Monatsende noch überhaupt Guthaben auf dem Konto zu finden. Das oben aufgeführte zeigt, dass in diesen wichtigen Arbeitgeberbereichen die finanziell Verwundbarsten oft besonders zu kämpfen haben. Andere Industrien sollten sich jedoch nicht ausgegrenzt fühlen. Die Bertelsmann Studie zeigt das in den Branchen Bildung, Gesundheit und Sozialwesen der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten 2018 bei rund 18 Prozent lag. Auch im Bereich Nahrungsmittelerzeugung sind Niedriglöhne mit einem Beschäftigtenanteil um rund 29 Prozent weit verbreitet.

Viele Firmen sind sich der Auswirkungen von finanziellem Stress noch nicht bewusst da Mitarbeiter*innen ungern darüber sprechen. Gerade die oben genannten Branchen in denen Arbeitnehmer*innen oftmals ein Niedriglohngehalt beziehen, sollten dieses Problem nicht unterschätzen. Finanzieller Stress wirkt sich sowohl negativ auf die körperliche und mentale Verfassung von Mitarbeiter*innen als auch damit indirekt auf den Arbeitgeber selbst aus. Hierbei reichen die Auswirkungen von starkem Produktivitätsverlust über einen Anstieg der Krankheitstage bis hin zu steigender Fluktuation im Unternehmen. Nicht selten fällt für Unternehmen zusätzlich großer organisatorischer Aufwand durch beispielsweise auftretende Lohnpfändungen an. All diese Auswirkungen haben eine Sache gemeinsam: Sie kosten einer Firma bares Geld.

3. Bringt die Coronakrise zusätzlichen finanziellen Stress für Mitarbeiter*innen?

Seit Anfang März dieses Jahres hat Corona Deutschland fest im Griff. Die Entscheidung, das öffentliche Leben in Deutschland stark zu beschränken oder gar komplett herunterzufahren, hat größtmögliche Auswirkungen auf viele Arbeitnehmer*innen. Auf diese gehen wir in unserem letzten Beitrag genauer ein. Leider gehören die Mitarbeiter*innen der oben erläuterten Niedriglohnschiene häufig zu den Hauptverlierern der Coronakrise.

Das Handelsblatt berichtet, dass die Befürchtungen der Beschäftigten mit niedrigen Einkommen teils aus konkreten eigenen Erfahrungen stammen. So gab knapp jeder achte Befragte an derzeit in Kurzarbeit zu sein. Von den Betroffenen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.500 Euro pro Monat erhielt nur jeder dritte eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes. Eine große Gefahr besteht darin, dass die deutsche Gesellschaft “ins Kippen gerät, wenn diejenigen, die schon vorher finanziell und sozial schlechter gestellt waren, in der Krise noch weiter zurückfallen”, so Bettina Kohlrausch (Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung). Auch die Arbeitsnachfrage könnte im Zuge der Coronakrise längerfristig signifikant einbrechen, womit die Mitarbeiter*innen des Niedriglohnsektors wie zum Beispiel speziell im Gastgewerbe zusätzlich finanziell leiden könnten. 

4. Wie man es als Unternehmen schafft auch im Niedriglohnsektor seinen Arbeitnehmer*innen mehr finanzielle Sicherheit zu ermöglichen

Mitarbeiter*innen im Niedriglohnsektor sind oftmals finanziellem Stress ausgesetzt, doch was kann dagegen getan werden? Für die Existenz der Niedriglöhne gibt es viele Gründe, unter anderem wirtschaftliche Zwänge. Es zeigt sich aber, dass die einfache Lösung von “mehr Geld” fragwürdig und meistens nicht so einfach umsetzbar ist. Eine Umfrage von Karriere.at unterstreicht, dass bei den Erwartungen an die Arbeitgeber*innen vor allem finanzielle Sicherheit gefragt ist (93% der Befragten stimmten zu). Arbeitgeber*innen in vielen Niedriglohnbereichen haben Schwierigkeiten, Ihren Mitarbeitern*innen Möglichkeiten zu bieten, um den alltäglichen finanziellen Stress durch geringes Gehalt und lange Lohnzyklen zu bekämpfen. Wie die Umfrage zeigt, könnten Arbeitgeber*innen sich jedoch mehr auf die Unterstützung im Bereich finanzielle Sicherheit der Mitarbeiter*innen fokussieren.

Diesem Problem möchte LaraPay in Deutschland seit Mai 2020 entgegenwirken.
LaraPay widmet sich dem Gedanken, dass Mitarbeiter*innen unter finanziellem Stress leiden, dadurch sinkt die Produktivität, die Fluktuation steigt und die Krankheitstage nehmen zu. LaraPay ist ein vollumfängliches Tool, das Mitarbeiter*innen befähigt finanziell unabhängig zu sein. In Kooperation mit Ihnen als Arbeitgeber*in, bietet LaraPay seinen Nutzern*innen eine flexible Lohnvorauszahlung. Ihre Mitarbeiter können einen Teil des bereits verdienten Lohns schon während des Monats auszahlen lassen. Diese Lohnvorauszahlungen werden über LaraPay vorfinanziert, wodurch sich keine Auswirkungen auf Ihren Cashflow oder auf Ihre Lohnbuchhaltung ergeben. In Zukunft werden außerdem Sparfunktionen und finanzielle Bildung direkt über die App verfügbar sein, um Arbeitnehmer*innen auch langfristig finanzielle Stabilität ermöglichen zu können.

LaraPay hilft dabei nicht nur den teilnehmenden Arbeitnehmer*innen, sondern bietet ebenfalls wie in unserem Rechner auf der Homepage zu sehen ein starkes Einsparpotential für teilnehmende Unternehmen. LaraPay gibt Unternehmen die Möglichkeit Arbeitnehmer*innen finanziell zu befähigen und somit als Arbeitgeber*in attraktiv zu bleiben. Dabei bietet LaraPay gerade im Niedriglohnsektor finanzielle Freiheit und Stabilität und sorgt damit für Arbeitgeber*innenbindung und Durchhaltevermögen bei Arbeitnehmern*innen. LaraPay hat keine hohen Investitionssummen, verändert nichts an der Buchhaltung und den Lohnabrechnungen und ist ein geringer Aufwand für Ihre IT-Abteilung.

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